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Von der Theorie zur Praxis – Politik beginnt im Kleinen

  • 29. Dez. 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 10. Jan.

In meinem Seminar „Aktuelle gesellschaftliche Bedingungen und Herausforderungen für Kindheit, Familien und (sozial)pädagogische Institutionen sowie fach- und berufspolitisches Engagement” an der Alice Salomon Hochschule in Berlin befassen sich Studierende mit aktuellen gesellschaftlichen Bedingungen und Herausforderungen für Kindheit, Familien und (sozial)pädagogische Institutionen.


Im Dezember 2025 stellte ich eine provokante Frage in den Raum: Wer übernimmt die Haftung, wenn das Produkt Bildung mangelhaft ist?


Die Antwort, die viele Studierende zunächst geben, ist ernüchternd eindeutig: Die Kinder. Politik wird schnell als Schuldige identifiziert. Doch welche Rolle spielen Politik, Praxis und Engagement auf lokaler Ebene – und wie können wir konkret etwas verändern?



@pixabay Studenten sammeln Ideen


Von der Theorie zur Praxis:


Politik beginnt im Kleinen In Diskussionen wird deutlich, dass Politik- und Familienpolitik nicht erst auf Bundesebene beginnt. Wirkliche Veränderung fängt dort an, wo wir leben: im regionalen Engagement, in Kita, Schule, Nachbarschaft und in lokalen Netzwerken. Bildung ist Beziehungsarbeit – und Beziehungsarbeit geschieht primär dort, wo Menschen sich begegnen, vernetzen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.


Im Masterstudiengang „Netzwerkmanagement Bildung für nachhaltige Entwicklung - Schwerpunkt Kindheitspädagogik“  gab ich regelmäßig Exkursionen in den nachhaltigen Lernort Kita L.i.n.O! in Rangsdorf. Die Einrichtung wurde von der Deutschen UNESCO ausgezeichnet, weil sie Bildung für nachhaltige Entwicklung praktisch erfahrbar macht. Von 2018 bis 2024 habe ich jedes Jahr eine Exkursion organisiert, um Studierenden das Konzept einer nachhaltigen Bildung greifbar zu machen. Ein zentrales Kriterium nachhaltiger Lernorte ist die Vernetzung im Sozialraum: Schule, Kita, Familien, Vereine, Politik – alle ziehen am gleichen Strang.


Warum Kleines Großes bewirken kann:  Wenn ich über das Kitageschehen und die Trägerarbeit berichte, höre ich oft: „Du bist gut vernetzt.“ Vielleicht bin ich das, aber auch ich habe mal ganz miniklein angefangen mich im Sozialraum zu engagieren.

Wer Verantwortung übernehmen möchte, muss nicht sofort auf Bundesebene ansetzen. Startsätze können lokal beginnen: eine Kooperation mit einem Nachbarschaftsprojekt, eine Zusammenarbeit mit einer Kita, eine Podiumsdiskussion in der Gemeinde, eine Unterstützungsinitiative für Familien.


Was ich Studierenden mit auf den Weg geben möchte:


  • Engagement beginnt im Kleinen: Nutze geografische oder organisatorische Räume in deiner Umgebung, um Veränderungen zu initiieren.

  • Vernetzung ist der Schlüssel: Baue Brücken zwischen Kita, Schule, Kommune, Arbeitgebern, Gewerkschaften und politischen Akteurinnen und Akteuren.

  • Bildung braucht Praxisbezug: Nutze Lernorte wie offene Lernräume, außerschulische Lernorte und Projekte zum Transfer in den Alltag.

  • Geduld und Perspektive: Politische Veränderungen brauchen Zeit – aber jeder noch so kleine Schritt zählt.


Mit diesem Blog möchte ich:


  • familienpolitische Themen verständlich erklären,

  • Probleme benennen, ohne zu dramatisieren,

  • konkrete Vorschläge diskutieren,

  • und vor allem den Austausch ermöglichen.


Schlussgedanke


Wer übernimmt die Haftung, wenn das Produkt Bildung mangelhaft ist? Nicht nur Politik, sondern jeder von uns – dort, wo wir handeln, vernetzen und Verantwortung übernehmen. Die Kraft liegt im kleinen Anfang, der sich zu einem großen Veränderungsnetzwerk entwickelt.



 
 
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